Festung Friesenhaus

Es gibt gewisse Situationen, in denen man sich fragt: Warum war ich nur so blöd? Wenn man seine Klappe nicht hält, obwohl man wüsste, dass es gerade schlauer wäre, nichts zu sagen. Wenn man die heiße Backform anfässt, weil man denkt, das geht schon, obwohl es natürlich nicht geht. Oder wenn man Nur nach Hause durch Dickes B ersetzt.

Nun gehören Fehler zum Leben dazu. Jeder macht sie. Die meisten sehen sie irgendwann ein und lernen aus ihnen. Die meisten.

Es gibt aber auch Leute, die lernen aus Fehlern nicht. Leute, die immer und immer wieder auf die heiße Herdplatte fassen. Leute, die einfach nicht den Mund halten, obwohl es schlauer wäre. Das sind meistens Leute, die gerne in ihrer eigenen Welt leben.

Eine besonders interessante Form dieser eigenen Welt, scheint man sich in Herthas Geschäftsführung über die letzten Jahre aufgebaut zu haben.

Auf der Mission, Hertha ein neues, hipperes Image zu verleihen, setzte man auf eine „robuste“ Kommunikation und eine Vielzahl von medienwirksamen Aktionen. Alles unter dem Deckmantel der „Haltung“. Vorab: Ich fand und finde nicht alle dieser Aktionen schlecht, manche waren gelungen, manche diskussionswürdig. Selbiges gilt für die Kritik an der Geschäftsführung, die sich hauptsächlich an Paul Keuter richtete. Ein Teil der Kritik ging über das Ziel hinaus, das ist unstrittig. Eine Opferrolle steht Keuter, der selbst stets gerne austeilte, allerdings nicht zu.

Nun ist in den letzten Wochen einiges auf Herthas Geschäftsführung eingeprasselt. In einer Studie wurde Hertha in Punkto Markenattraktivität auf den vorletzten Platz eingestuft. Gegen Wolfsburg waren wieder nur gut 40.000 Zuschauer live dabei und für das neue Stadion, welches Hertha verständlicherweise bauen möchte, kassiert Hertha vom Senat mehr Abfuhren, als ein 15-jähriger auf Klassenfahrt. Das kann frustrieren, das verstehe ich.

Nun kann man damit vernünftig und professionell umgehen. Man kann sich selbst hinterfragen: Bin ich meinen Zielen in den letzten Jahren näher gekommen? Wenn nein, warum nicht? Muss ich meine Strategie ändern?

Im Friesenhaus scheint man zu einem anderen Schluss gekommen zu sein: Die anderen sind schuld! Und so fabuliert man von temporären Stadien und von einer Zukunft, die man auch ohne Unterstützung der Politik baut. Eine kritische Begleitung, sowohl journalistisch, als auch durch die Fans, ist unerwünscht. Und so kam es, dass ohne erkennbaren Grund mehrere Journalisten, Fans, Blogger und Podcaster (die übrigens mehrheitlich nicht durch übermäßige Kritik und erst recht nicht durch unsachliche Pöbeleien aufgefallen sind) von Paul Keuter und/oder Klaus Teichert auf Twitter blockiert wurden. Eine Maßnahme, die nur eine Deutung zulässt: Wir brauchen und wollen euch nicht – wir wissen eh alles besser!

Es ist an der Zeit, dass Hertha BSC die Frage beantwortet, inwiefern diese „Haltung“ noch mit den Idealen des Vereins vereinbar ist und wann eigentlich der Punkt erreicht ist, ab dem gewisse Personen dem Verein, seinem Ansehen und seinen Zielen mehr schaden, als nützen.

2 Kommentare

  1. […] begleiten. Darüber berichtet Henry vom Hertha-Podcast Damenwahl, der ebenso blockiert wurde wie Hertha-Blogger Steven. Ich finde, dass es jeder Person frei steht, zu kommunizieren wie sie möchte und den Raum auch […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.